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Schüßler Salze PDF Drucken E-Mail

Schüßlers Lehre geht von der Homöopathie Hahnemanns aus. Schüßler berief sich, um seine von der Homöopathie abweichenden Therapie zu begründen, auf zwei zeitgenössiche Gelehrte von ausgezeichnetem Ruf: von dem niederländischen Physiologen Jacob Moleschott (1822-1893), übernahm er die These „der Bau und die Lebensfähigkeit der Organe sind durch die notwendige Mengen der anorganischen Bestandteile bedingt.“ Bei dem Begründer der Zellularpathologie Rudolf Virchow (1821- 1902) entlehnte er die Erkenntnis, dass Reize, die auf Zellen wirken, Ursachen von Krankheiten seien.

Die von Moleschott vorgegebene Beschränkung auf anorganische Salze verstand Schüßler als Vorteil: „Eine scharf begrenzte Therapie zu schaffen ist seit längerer Zeit mein Bestreben gewesen.“

Er wählte zunächst zwölf anorganische Salze als so genannte Funkmittel aus.
In seiner Praxis prüft Schüßler vor allem die Zungenbeläge, um das jeweilige Funktionsmittel zu finden und verschrieb bei einem bestimmten Zungenbelag jeweils ein korrespondierendes Funktionsmittel.

Nach seinem Tod wurde von verschiedenen Forschern insgesamt noch weitere 12 anorganische Salze den sogenannten Ergänzungsmitteln, als wissenschaftliche Vervollkommnung und biologische Erweiterung, hinzugefügt.

Unverändert werden die Arzneimittel für die Schüßlersche Biochemie nach den bewährten homöopathischen Vorschriften hergestellt. Offenbar wollte Schüßler hier nicht von den vertrauten Verfahren abweichen. Abweichend von der Homöopathie benutzt die Biochemie jedoch nur die 3., 6. und 12. Dezimalpotenz.

Geschichtliches

Wilhelm Heinrich Schüßler wurde am 21. August in Bad Zwischenhahn im Großherzogtum Oldenburg geboren. Sein Vater arbeitete bis 1831 in Berne an der Unterweser als Steuereinnehmer. Danach zog die Familie nach Oldenburg und Vater Schüßler wurde Musiklehrer. Wilhelm begann als Schreiber und nutzte die verbleibende arbeitsfreie Zeit zum Selbststudium. So konnte er seit 1849 Nachhilfestuden in Fremdsprachen anbieten. In dieser Zeit fiel auch Schüßlers erste Bekanntschaft mit der Homöopathie.

Finanziell durch seinen älteren Bruder unterstützt, konnte Schüßler 1852 in Paris das Medizinstudium beginnen. Von 1853 bis 1854 setzte er das Studium in Berlin und dann in Gießen fort, wo er auch promovierte. Nach einem weiteren Semester in Prag meldete sich Schüßler zum Staatsexamen in Oldenburg, musste zuvor allerdings - im Alter von 36 Jahren - zunächst die Matura nachholen. Im Sommer 1857 bestand er dann das medizinische Staatsexamen und zu Beginn des Jahres 1858 ließ sich Schüßler als Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer in Oldenburg nieder.

Schüßler starb als angesehener Arzt am 30. März 1898.